Patricia Duncker ist gewiss nicht die erste Autorin, die sich schreibend dem ewigen Paar Eros und Thanatos zuwendet, aber sie tut dies in Sieben Geschichten von Sex und Tod mit unnachahmlicher, ansteckender Lust an wohldosierter Provokation, an phantastischem Maskenspiel und vor allem ihrem...
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Patricia Duncker ist gewiss nicht die erste Autorin, die sich schreibend dem ewigen Paar Eros und Thanatos zuwendet, aber sie tut dies in Sieben Geschichten von Sex und Tod mit unnachahmlicher, ansteckender Lust an wohldosierter Provokation, an phantastischem Maskenspiel und vor allem ihrem beispiellos intelligenten Humor. Die Sieben Geschichten sind da angesiedelt, wo Duncker ihre Leser mit ihrem letzten Roman Der tödliche Zwischenraum zurückgelassen hat, unmittelbar vor dem Abgrund geheimster Sehnsüchte, von deren Existenz sie bislang vielleicht kaum etwas ahnten. Der beherzten Führung dieser Erzählerin durch die scheinbar von Freud selbst gut ausgeschilderten Labyrinthe der menschlichen Seele vertraut man sich mit dem wohligen Schauder an, mit dem die Protagonistin der Eingangserzählung die Aufmerksamkeiten des grausam mordenden Stalker genießt - in banger Erwartung eines Unheimlichen, das die kühnsten Phantasien noch übertrifft. Duncker enttäuscht diese Erwartungen nicht, und wie um ihr Publikum nicht mit weichen Knien zurückzulassen, begibt sie sich in Meine Betonung zum Abschluss auf ein anderes Terrain und schenkt uns eine hinreißende Komödie - inspiriert von Nachbarschaftsstreitigkeiten und Shakespeare.
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